Verabschiedung des Business & Biodiversity Assessments

Das Business & Biodiversity Assessment und dessen Zusammenfassung für die politische Entscheidungsfindung (Summary for Policymakers – SPM) war zentraler Beratungsgegenstand von IPBES-12.

Die Durchführung des methodologischen IPBES-Assessments zu Auswirkungen und Abhängigkeiten der Wirtschaft bezüglich der Biodiversität und den Beiträgen der Natur für die Menschen (Business & Biodiversity Assessment) wurde auf der 9. Sitzung der IPBES-Vollversammlung (2022 in Bonn) entschieden. Der Bericht ist das Ergebnis von fast drei Jahren Arbeit von 80 weltweit führenden Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Privatwirtschaft, darunter auch aus Deutschland, sowie von indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften. Insgesamt waren Expertinnen und Experten aus 35 Ländern beteiligt.

Die Beratungen über die SPM fanden in Arbeitsgruppe I unter Leitung der Co-Chairs und IPBES-Bureau-Mitglieder Eeva Primmer und Floyd Homer statt.  Die Verabschiedung der SPM und die Annahme seiner Kapitel durch die IPBES-Vollversammlung wurde mit Beifall durch die anwesenden Delegierten goutiert. Matt Jones, Co-Vorsitzender des Assessments, begrüßte den gemeinschaftlichen Erstellungsprozess des Assessments. Er betonte, dass Unternehmen als Triebkräfte für positiven Wandel fungieren und zu einer gerechten und nachhaltigen Zukunft beitragen können, und hob hervor, dass es notwendig sei, den durch die in Manchester anwesenden Jugenddelegierten geäußerten Erwartungen gerecht zu werden, „Maßnahmen zu ergreifen, statt nur Berichte zu verfassen“.

Deutschland konnte im Rahmen der vorbereitenden Regierungsbegutachtung schon im Vorfeld von IPBES-12 zahlreiche Änderungen erfolgreich einbringen, z. B. mit Blick auf die Abbildungen in der SPM, als auch eine noch stärkere Betonung darauf, dass Unternehmen bereits heute vielfältige Maßnahmen bezüglich ihrer Auswirkungen auf und Abhängigkeiten von Biodiversität umsetzen können. Diese Punkte als auch die hohe wissenschaftliche Integrität des Berichts insgesamt konnten durch Intervention Deutschlands im Schulterschluss mit anderen Ländern in Manchester erhalten und gestärkt werden.

Das Team von Expertinnen und Experten berät sich in der Sitzungspause. 

IISD/ENB | Anastasia Rodopoulou 

Ein Blick in den beeindruckenden Sitzungssaal der Arbeitsgruppe I auf IPBES-12, dem ehemaligen Bahnhof Manchester Central. 

IISD/ENB | Anastasia Rodopoulou 

Die drei Co-Vorsitzenden des Business & Biodiversity Assessments Matt Jones, Ximena Rueda und Stephen Polasky (v.l.n.r.). 

IISD/ENB | Anastasia Rodopoulou 

Die Leiterin der deutschen Delegation Verena Klinger-Dering (BMUKN).

IISD/ENB | Anastasia Rodopoulou 

Ein Blick auf das Podium der Arbeitsgruppe I. 

IISD/ENB | Anastasia Rodopoulou 

Die beiden Co-Chairs der Arbeitsgruppe Eeva Primmer und Floyd Homer beraten sich mit dem IPBES-Vorsitzenden David Obura und IPBES-Exekutivsekretär Luthando Dziba. 

IISD/ENB | Anastasia Rodopoulou 

Die Co-Vorsitzenden des Assessments applaudieren ihrem Team nach den langwierigen Beratungen. 

IISD/ENB | Anastasia Rodopoulou 

Im Ergebnis bestätigt das Assessment mit hoher wissenschaftlicher Fundierung, dass alle Unternehmen von Biodiversität abhängig sind und diese zugleich beeinflussen. Im Jahr 2023 beliefen sich die globalen öffentlichen und privaten Finanzströme mit direkten negativen Auswirkungen auf Biodiversität auf 7,3 Billionen USD, darunter 2,4 Billionen USD in Form umweltschädlicher Subventionen. Demgegenüber standen lediglich 220 Milliarden USD an öffentlichen und privaten Finanzmitteln für den Erhalt der Biodiversität. Gleichzeitig unterstreicht der Bericht, dass Unternehmen zentrale Akteure für positiven Wandel sind und bereits heute über vielfältige Handlungsoptionen verfügen, unter anderem durch die systematische Messung ihrer Auswirkungen und Abhängigkeiten, wofür je nach Zweck und Entscheidungsebene unterschiedliche Methoden erforderlich sind. Für einen transformativen Wandel sind jedoch förderliche Rahmenbedingungen notwendig, die nur durch gemeinsames Handeln von Unternehmen, Politik, Zivilgesellschaft und Finanzakteuren geschaffen werden können. Entsprechende Empfehlungen und methodische Einordnungen bilden einen wesentlichen Bestandteil des Assessments.


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