Expertenprofil Prof. Dr. Irene Ring


© Susan Walter / UFZ

Persönliches Zitat:
Brücken bauen zwischen Natur- und Sozialwissenschaftlern, zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – das brauchen wir für langfristig tragfähige Lösungen zum Schutz und der nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt.

Angaben zur Person:

Prof. Dr. Irene Ring, Ökologische Ökonomin

Institutionelle Anbindung:
Technische Universität Dresden, Internationales Hochschulinstitut (IHI) Zittau

Weitere Hintergrundinformationen zu Person und Institution:
https://tu-dresden.de/ihi-zittau/ess/die-professur/Head?set_language=de

Autorin in welcher Expertengruppe / Task Force (vergangen und gegenwärtig); ggf. weitere Funktionen im IPBES-Prozess

  • Coordinating Lead Author in Kapitel 6 für IPBES-Arbeitsprogramm Element 2(b); Regionale/subregionale Assessments zu Biodiversität und Ökosystemleistungen für die Region Europa und Zentralasien (ECA); laufender Prozess
  • Coordinating Author für IPBES-Arbeitsprogramm Element 4(c): Verzeichnis relevanter Politikunterstützungsinstrumente und Methoden, laufender Prozess

Teilnahme bei anderen IPBES-relevanten Aktivitäten

  • Mitglied im wissenschaftlichen Koordinationsteam des UFZ der internationalen TEEB-Initiative (The Economics of Ecosystems and Biodiversity) sowie Autorin in TEEB Ecological and Economic Foundations und Leitautorin in TEEB for National and International Policy Making
  • Stellvertretende Studienleiterin und Mitglied im Koordinationsteam von Naturkapital Deutschland – TEEB DE

Fragen:

Was ist Ihre Motivation, sich aktiv am IPBES-Prozess zu beteiligen?
IPBES ist für mich die zentrale Plattform auf internationaler Ebene, die das Wissen zu Biodiversität und Ökosystemleistungen von unterschiedlichsten Akteuren und gesellschaftlichen Gruppen für Entscheidungsträger aufbereitet und verfügbar macht. Dazu möchte ich als Wissenschaftlerin mit meinen Erfahrungen und Kompetenzen beitragen und die aktuellen Prozesse mitgestalten.

Was ist für Sie das Besondere am Weltbiodiversitätsrat IPBES?
Die Berücksichtigung unterschiedlichster Wissensformen und damit die Einbindung ganz verschiedener Akteure, die sich für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen.

Sie sind bereits schon länger bei IPBES-Prozessen beteiligt. Welche Erfahrungen haben Sie dort bisher machen können und was hat Sie besonders beeindruckt?
Ich bin seit 2014 Mitglied einer internationalen Expertengruppe, die Element 4 (c) des aktuellen IPBES-Arbeitsprogrammes erarbeitet. Aufgabe dieser Expertengruppe ist die Entwicklung eines interaktiven Online-Verzeichnisses für politikunterstützende Maßnahmen, Werkzeuge und Methoden. Für dieses Online-Verzeichnis schreiben wir eine Anleitung sowie einen Bericht mit Hintergrundinformationen. Ich selbst gehöre hier zu den koordinierenden AutorInnen eines Kapitels zum Thema „Definition and typology of policy support tools and methodologies in the context of IPBES“. Sehr bereichernd empfinde ich dabei die sehr konstruktive Zusammenarbeit mit hochkompetenten, motivierten und aufgeschlossenen Expertinnen und Experten aus aller Welt.

An welchem Schwerpunktthema arbeiten Sie mit, und was wäre ein wertvolles Resultat aus Ihrer Sicht?
Im IPBES-Arbeitsprogramm Element 2 (b), dem Regionalen Assessment zu Biodiversität und Ökosystemleistungen für die Region Europa und Zentralasien (ECA) koordiniere ich zusammen mit der Politikwissenschaftlerin Prof. Camilla Sandström aus Schweden das Kapitel 6 „Options for governance, institutional arrangements and private and public decision making across scales and sectors“. Ein wertvolles Ergebnis wäre für mich, wenn es uns gelänge, politik- und praxisrelevante Lösungsansätze für ein breites Spektrum an Akteuren aufzubereiten. Dies stellt aufgrund der sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den verschiedenen Ländern in Europa und Zentralasien eine große Herausforderung dar.

Was ist Ihr persönlicher Wunsch für die Zukunft von IPBES?
Ich hoffe, dass der Weltbiodiversitätsrat sehr bald eine dem Weltklimarat vergleichbare gesellschaftspolitische Bedeutung und Anerkennung erlangt, die sich auch durch eine vergleichbare finanzielle Unterstützung seiner Gremien und Experten auszeichnen sollte.

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